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Germaine Damar - Der tanzende Stern

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Présentation

Documentaire/Long métrage

Luxembourg, 2011

Réalisation : Michael Wenk

Production : Centre national de l'audiovisuel

  • Durée : 60
  • Version originale : Allemand
  • Image : couleurs et noir/blanc
  • Format : Digibeta 16/9
  • Son : sonore
  • Synopsis

    Die Karriere von Germaine Damar gleicht einem Märchen: Auf Vermittlung von Zarah Leander erhält die ausgebildete Tänzerin 1952 einen Fünf-Jahres-Vertrag beim Herzog-Filmverleih. In 28 Kinoproduktionen avanciert sie zur beliebten Protagonistin opulent ausgestatteter und zu schmissigen Schlagermelodien choreografierter Revuefilme.
  • Equipe technique

  • Tournage

    1 avril 2099 - 5 mai 2010 à Fort Lauderdale (USA), Paris, Vienne, Hambourg, Kitzbühel, Bayreuth, Bad Wiessee, Eichenau, Grünwald, Rösrath, Conflans-Sainte-Honorine, Pétange
  • Sortie

    Première présentation au Luxembourg: 14 juin 2011 (Ciné Utopia, Luxembourg-Ville)

Générique

  • Producteur: Joy HOFFMANN
  • Scénario: Michael WENK
  • Montage: Claude GROSCH
  • Musique: André DZIEZUK
  • Mixage: Philippe MERGEN
  • Image: Jeff KIEFFER, Graham JOHNSTON, Jerzy PALACZ
  • Commentaire dit par Désirée NOSBUSCH
  • Assistants caméra: Ina FISCHER, Mathias CASERTANO
  • Transferts: Georges BILDGEN
  • Etalonnage: Mike THILL (BCE)
  • Reproduction photos: Sally BEICHT, Romain GIRTGEN, Myriam KRAEMER
  • Archives:
    • lBeta Film GmbH
    • BMW Group Classic
    • CCC Filmkunst GmbH
    • Deutsche Wochenschau
    • GmbH
    • Gaumont Pathé Archives
    • International Committee of the Red Cross
    • Gérard Klein
    • Hipp-Foto
    • ORF-Enterprise GmbH & Co. KG
    • Photothèque de la Ville de Luxembourg
    • Studio Canal
  • Interviews de :
    • Germaine DAMAR
    • Sonja ZIEMANN
    • Joachim FUCHSBERGER
    • Walter WALTER GILLER
    • Claus BIEDERSTAEDT
    • Peter WECK
    • Maria SEBALDT
    • Chris HOWLAND
    • Hermann LEITNER
    • Geneviève HELLEN-HAECK
    • Marion LINHARDT

Réception

Bibliographie

  • Le Jeudi, 1er juin 2011
  • Journal, 7 juin 2011
  • Journal, 11 juin 2011
  • Luxemburger Wort, 11 juin 2011
  • Tageblatt, 15 juin 2011
  • Luxemburger Wort, 15 juin 2011
  • Journal, 16 juin 2011
  • Tageblatt, 16 juin 2011
  • Journal, 17 juin 2011
  • Télécran, 17 juin 2011
  • Revue, 23 juin 2011
  • Tageblatt, 19 décembre 2011
  • Revue, 21 décembre 2011
  • d'Lëtzebuerger Land, 13 janvier 2012

Synopsis complet

Germaine Damar – allein die Nennung des Namens genügt, um nostalgische Erinnerungen an eine längst entrückte und zugleich legendäre Kino-Epoche wachzurufen: An den deutschsprachigen Revuefilm der 1950er Jahre, der das Publikum vom tristen Nachkriegsalltag ablenken und in eine bunte Traumwelt von Varieté, Tanz und Schlagermelodien entführen soll.

In der Luxemburger Schauspielerin und Tänzerin Germaine Damar findet die damalige Filmindustrie eine adäquate Interpretin tänzerisch-leichter Kinounterhaltung. Mit ihrer heiter-optimistischen Ausstrahlung repräsentiert die zierliche Blonde den Zeitgeist der Wirtschaftswunder-Ära. 28 Kinoproduktionen dreht Germaine Damar zwischen 1952 und 1963, ist Partnerin von Stars wie Peter Alexander, Heinz Erhardt oder Georg Thomalla. Durch ihr tänzerisches Können avanciert sie bald zu einer Exponentin des Revuefilms. Denn Schauspielernachwuchs, der sowohl darstellerisch als auch tänzerisch vor der Kamera zu bestehen vermag, ist damals knapp.

Schnell kristallisiert sich die Paraderolle der Damar im Film heraus: Das patente 'Mädchen von nebenan', das als Revuegirl Furore macht, ein Doppelleben zwischen kleinbürgerlichem Elternhaus und Varietébühne führt und nach diversen Verwicklungen schließlich den Mann fürs Leben findet. Für das junge weibliche Publikum wird Germaine Damar in den 1950er Jahren zur Identifikationsfigur und Projektionsfläche für die eigenen Lebensträume.

So steil die Filmkarriere von Germaine Damar verläuft, so facettenreich ist auch ihre Biografie:

Am 31. August 1929 im luxemburgischen Petingen geboren, erhält sie früh Akrobatik-und Ballettunterricht. Es folgen erste artistische Auftritte mit ihrer Schwester Geneviève und ihrem Trainer Attilio Bariviera. Der deutsche Überfall auf das Großherzogtum am 10. Mai 1940 durchkreuzt zunächst den Einstieg des Trios ins professionelle Artistengewerbe. Wie Zehntausende Luxemburger fliehen auch Germaines Familie und Attilio Bariviera vor den anrückenden deutschen Besatzern nach Frankreich.

In Paris angekommen, treten Germaine, Geneviève und Attilio unter dem Namen Trio Lux auf. Am Varieté Bobino gastieren sie im selben Programm wie Edith Piaf. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wird die Artistentruppe vom Internationalen Roten Kreuz angeworben: Auf einer Künstlertournee durch deutsche Kriegsgefangenenlager soll das Trio Lux mit seinen Auftritten die dort internierten französischen Soldaten bei Laune halten.

Nach Auflösung des Trio Lux 1947 schließt sich Germaine ihrer Schwester Sylvie und deren Ehemann Claude an. Gemeinsam formieren sie das Trio Vialine, das mit tänzerischen Darbietungen durch Spanien, Zypern und Nordafrika tourt. Bei einem Gastspiel in Kairo macht das Trio 1951 die Bekanntschaft mit der Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander. Begeistert von der jungen Germaine vermittelt die schwedische Filmdiva ihr einen Kontakt zu Herbert Tischendorf, dem Chef des Herzog Filmverleihs in München. Nach Probeaufnahmen wird Germaine vom Verleih unter einen Fünf-Jahres-Vertrag genommen. Ihre erste Kinoarbeit Tanzende Sterne (1952) entsteht unter der Regie von Revuefilm-Spezialist Géza von Cziffra, der in den folgenden Jahren sechs weitere Filme mit Germaine inszeniert.

Der Herzog Filmverleih baut Germaine zielstrebig als Nachwuchsdarstellerin auf: Sie erhält Schauspielunterricht und einen Künstlernamen: Aus der Tänzerin Germaine Haeck (so ihr Mädchenname) wird Germaine Damar (in phonetischer Anlehnung an den Hollywood-Star Hedy Lamarr). Parallel zum Start ihres ersten Films Tanzende Sterne ziert die Luxemburgerin wochenlang das Titelblatt der deutschen Illustrierte Der Stern – ein frühes Beispiel für Cross Marketing von Film und Presse. Auch als Werbeträgerin für Lux-Seife ist sie präsent.

Vor allem drei Revuefilme bieten Germaine Damar Gelegenheit, ihre tänzerischen Qualitäten wirkungsvoll herauszustellen: An jedem Finger zehn (1954, Regie: Erik Ode), Der schräge Otto (1956, Regie: Géza von Cziffra) und Die Beine von Dolores (1957, Regie: Géza von Cziffra).

Ästhetisch, choreografisch und musikalisch orientieren sich ihre ersten, noch in Schwarz-Weiß gedrehten Filme an Produktionen der UFA-Zeit. Doch die wachsende Bedeutung des Farbfilms, eine allmähliche Ablösung der Operette durch das Musical und der Einfluss aus den USA importierter Musik-/Tanzstile wie Rock 'n' Roll oder Boogie-Woogie spiegeln sich ab Mitte der 1950er Jahre auch in Kinoproduktionen mit Germaine Damar wieder.

Fast ausnahmslos auf das Genre des Revuefilms beschränkt, avanciert Germaine beim Publikum schnell zur Sympathieträgerin. Anders als Peter Alexander oder Caterina Valente, die als zugkräftige Schallplattenstars den damaligen Musikfilm dominieren, tritt sie als Schlagerinterpretin jedoch kaum in Erscheinung.1958 erhält sie Rollenangebote für zwei französische Kinoproduktionen, darunter die Westernkomödie Sérénade au Texas (Regie: Richard Pottier) mit Bourvil und Sonja Ziemann.

Der kommerzielle Misserfolg ihres Films Glück und Liebe in Monaco (1959, Regie: Hermann Leitner), an dem Germaine Damar als Hauptdarstellerin und Geldgeberin beteiligt ist, läutet das Ende ihrer Kinokarriere ein. Die als Imagewerbung für das Fürstentum Monaco konzipierte Produktion, für die Germaine mit Fürstin Gracia Patricia – der einstigen US-Schauspielerin Grace Kelly – vor der Kamera steht, ruiniert sie finanziell. Hinzu kommt die Krise des damaligen Unterhaltungsfilms: Das junge Medium Fernsehen macht dem Kino spürbar Konkurrenz. Ein sich wandelnder Publikumsgeschmack und ein massiver Rückgang der Besucherzahlen besiegeln schließlich den Niedergang des opulent ausgestatten Revuefilms.

Ein kurzzeitiges Comeback erlebt Germaine Damar Anfang der 1960er Jahre in Argentinien, wo ihr Film Die Beine von Dolores großen Anklang findet. Als Ehrengast nimmt sie am Filmfestival in Mar del Plata teil und präsentiert im argentinischen Fernsehen eine musikalische Personalityshow.

Nach ihrer Heirat mit dem amerikanischen Manager Roman Toporow zieht sich Germaine vom Filmgeschäft zurück. Ende 1966 kommt ihr Sohn Roman Martin zur Welt. In Monte Carlo, wo die Familie Toporow zeitweilig lebt, betätigt sie sich ab 1982 nochmals beruflich und betreibt dort drei Jahre lang einen Schönheitssalon.

Nach dem Tod ihres Ehemanns 1993 lässt sich Germaine Damar in Fort Lauderdale (Florida) nieder, wo sie bis heute lebt.